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2019

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ROBERT BARR (29)

Haupt- und Förderpreis

Robert Barr (29) aus Berlin ist Gründer und Geschäftsführer von jobs4refugees, der führenden gemeinnützigen Arbeitsvermittlung für Flüchtlinge in Deutschland.

Nach seinem Master in Global Politics an der London School of Economics arbeitete der junge Mann als Campaigner für eine Umwelt-Nichtregierungsorganisation.

Als im Sommer 2015 viele Menschen in Deutschland Zuflucht suchen, engagiert sich Robert zunächst ehrenamtlich für die Flüchtlingsunterkünfte. Er merkte schnell, dass viele Flüchtlinge damit beschäftigt sind, Arbeit zu suchen. Mit der Gewissheit, dass Arbeitsmarktintegration, also Beschäftigung, das Schlüsselelement für eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen ist, kündigte Robert seinen sicheren Arbeitsplatz und gründete jobs4refugees.

Im Gegensatz zu vielen anderen zeitgleich gegründeten Organisationen erweist sich jobs4refugees nicht als Eintagsfliege, sondern hat die Arbeitsmarktintegration kontinuierlich vorangetrieben. Besonders wichtig war dem Gründer die nachhaltige Finanzierung aus dem eigenen operativen Geschäft.

2017 hat jobs4refugees die Flüchtlingsorganisation MigrantHire übernommen. Um noch mehr Wirkung zu erzielen, plant die Non-Profit-Organisation derzeit den Zusammenschluss mit einer anderen. Diese Entwicklung ist im ehrenamtlichen Bereich eher ungewöhnlich und verdeutlicht eine von Roberts großen Stärken – Menschen zusammenzubringen, Synergien zu schaffen und Begeisterung für eine gute Sache zu wecken.

Heute hat die Organisation sieben Mitarbeiter an zwei Standorten in Berlin und Frankfurt und erreicht bundesweit über 21.000 Geflüchtete. jobs4refugees hat bereits 250 Geflüchtete vermittelt und über 1.500 durch Training und Beratung geholfen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Robert ist der Meinung, dass finanzielle Unterstützung allein nicht zur Integration beiträgt, aber dass das Erlernen der deutschen Sprache und die Suche nach einem Job gleichermaßen notwendig sind. Sein Plan ist es, weitere Standorte in Deutschland aufzubauen.

https://www.jobs4refugees.org/

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Stefan Zender und Julian Reitze (25/26)

Haupt- und Förderpreis

Mit „rezemo“, gegründet von Stefan Zender (25) und Julian Reitze (26) aus Stuttgart, wird sich der Kaffeekapselmarkt nachhaltig verändern. Statt aus Aluminium oder fossilem Kunststoff bestehen rezemo Kaffeekapseln aus Holz in Form von Spänen aus regionaler Holzverarbeitung. Diese sind in eine Matrix aus Biokunststoff eingebettet. Nach Gebrauch kann die Kapsel der Natur zurückgegeben werden, denn Holz ist CO2-neutral und natürlich kompostierbar.

Rezemo ist die erste Kaffeekapsel auf dem Markt mit weltweit ca. 60 Milliarden Kaffeekapseln werden jährlich konsumiert. Es wurde von DIN CERTCO in der höchsten Kategorie mit dem Prüfergebnis „100 % nachwachsende Rohstoffe“ zertifiziert.

Diese innovative Holzkapsel enthält ausschließlich hochwertige Spitzenkaffees aus regionaler Röstung, die möglichst fair und sozial eingekauft werden, zum Beispiel von der Kaffeerösterei Cafésito, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Damit kann rezemo beweisen, dass soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Kaffeegenuss zusammenpassen.

Die Idee zu rezemo entstand vor knapp 4 Jahren. Nach einer Entwicklungsphase mit Hilfe des Fraunhofer Instituts erfolgte 2018 die Markteinführung. Inzwischen hat die ökologisch und sozial nachhaltige Kaffeekapsel bereits hohe Auszeichnungen erhalten.

Durch seine PR prägt rezemo wie kein anderes Unternehmen einen „sustainable lifestyle“ in diesem Markt. Neben Privatkunden unterstützen sie auch Hotels in ihrer Nachhaltigkeitsmission, wie die „Lindner Hotels & Resorts“, die ersten Hotels der „Victor’s“- und „Accor“-Kette, sowie weitere Geschäftskunden, denen ein ökologisches Angebot geboten wird alternativ von rezemo.

Neben Kaffeekapseln wollen die beiden Gründer künftig weitere Verpackungslösungen aus nachhaltigen Materialien entwickeln, um einen Beitrag zur Bekämpfung des globalen Plastikverpackungsproblems zu leisten. Außerdem wollen sie ihr hohes soziales Engagement noch weiter ausbauen. Dazu werden sie auch weiterhin eng mit Partnern zusammenarbeiten, um regelmäßig zu prüfen, welche weiteren Wertschöpfungsschritte und Projekte gemeinsam realisiert werden können.

https://rezemo.de/

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Marc Helwing (24)

Haupt- und Förderpreis

Die ProjectWings gGmbH wurde von Marc Helwing (24) aus Koblenz zusammen mit drei weiteren jungen umweltbewussten Menschen gegründet. Im Mittelpunkt steht der geplante Bau des weltweit größten Recyclingdorfes in Indonesien. Gemeinsam mit 6 Kooperationspartnern geht es in dem Projekt einerseits um Aufklärungsarbeit zum Thema Plastikmüll, den Aufbau eines Müllsammelsystems und eines Pfandsystems auf Sumatra, andererseits um nachhaltigen Nahrungsmittelanbau und den Erhalt der Regenwälder durch Einsatz von Rangern zur Verhinderung von illegalem Holzeinschlag und Wilderei.

Ursprünglich als Spendensammler für große Hilfsorganisationen tätig, waren die vier Gründer von ProjectWings überzeugt, dass sie mit einer eigenen gemeinnützigen Umweltschutzorganisation den Regenwald besser schützen und die Plastikmüllflut für kommende Generationen stoppen können. Zunächst ehrenamtlich und privat tätig, sind sie seit dem 15.03.19 hauptberuflich tätig.

Als Truppe aus jungen Geschäftsleuten, Hippies und Weltverbesserern, die sich an die Arbeit machen können und Träume und Visionen haben, wollen sie den Spendern nahe sein. Deshalb sind sie in Fußgängerzonen unterwegs und diskutieren an Informationsständen ihre vielfältigen Anliegen.

Um ihr Recyclingdorf aufzubauen, lässt ProjectWings die Dorfbewohner in Indonesien leere Plastikflaschen mit geschreddertem Plastikmüll füllen. Mehr als 22.000 „Ecobricks“ wurden bereits als Bausteine für Häuser geliefert und rund 11.000 Kilo Kunststoff sinnvoll recycelt. Aktuell werden in Indonesien 23 Arbeitsplätze für das Recyclingdorf geschaffen. Bald sollen es 100 sein.

Mit dem Bau des größten Recyclingdorfes der Welt wollen Marc Helwing und seine Partner ihr Hauptziel erreichen, die Menschen über Umweltprobleme aufzuklären. Sie stoßen nicht nur in Indonesien auf großes Interesse am Thema „Nachhaltigkeit“, sondern haben auch in Deutschland bereits mediale Aufmerksamkeit erregt.

Wenn das Recyclingdorf 2021 fertiggestellt ist, werden die Prozesse und organisatorischen Belange auf andere Länder übertragbar sein. Bis 2030 will ProjectWings auf allen Kontinenten ein Recyclingdorf aufgebaut haben.

www.project-wings.de

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Merlin Bloch und Angelika Pron (19/19)

Hauptpreis

Merlin Bloch (19) und Angelika Pron (19) leiten seit November 2014 ehrenamtlich die Fokusgruppe Jugend. Sie besteht aus rund 20 Kindern und Jugendlichen, die eng mit der Stadt Burglengenfeld zusammenarbeiten. Der Schwerpunkt liegt auf Suchtprävention, zunächst mit der Organisation eines Jugendcafés und der Teilnahme an Aktivitäten wie Jugendbildungsreisen, Gemeindefesten und Weihnachtsmärkten.

 

Die Fokusgruppe Jugend hat Anfang 2017 beschlossen, auf den Präventionstagen 2018 unter dem Motto „Von Jugendlichen für Jugendliche“ ein Großprojekt zur Aufklärung von gleichaltrigen Jugendlichen aus dem Umland zu starten, um sie vor der Suchtgefahren aufzuklären und zum Umdenken anzuregen. Da solche Themen in Schule und Gesellschaft zu wenig Beachtung finden, ist es der Gruppe wichtig, offen darüber zu sprechen und Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich Rat oder Hilfe von fachlich geschulten Gleichaltrigen zu holen. Mit dieser aktiven „Peer Education“ können sie ihre Altersgenossen am besten erreichen.

 

1200 Kinder und Jugendliche nehmen an den „Präventionstagen 2018“ teil. Sie durchlaufen Workshops und besuchen Vorträge und Diskussionsforen. Das Rahmenprogramm beschäftigt sich mit Alkoholmissbrauch und Suchtprävention, dem Thema Neue Medien und Spielsucht, aber auch verletzendes Verhalten, Depressionen oder Essstörungen werden thematisiert.

 

Dank guter Vorbereitung und der aktiven Beteiligung namhafter Organisationen, Initiativen und Krankenkassen lassen sich die Ideen der Fokusgruppe Jugend an den zwei Tagen problemlos umsetzen. Viele der Wünsche und Anregungen von Kindern und Jugendlichen werden auch an die politische Ebene weitergegeben und größtenteils übernommen.

 

2019 wurde das Projekt für den International Lake Constance Conference Prize for Health and Prevention nominiert. Auch wenn die Fokusgruppe Jugend den Preis nicht erhalten hat, allein die Nominierung ermutigt andere Städte und Jugendgruppen, diesem Beispiel zu folgen. Die nächsten Präventionstage „von Jugendlichen für Jugendliche“ finden im Sommer 2020 statt, diesmal mit dem Schwerpunkt Cyberkriminalität.

www.fokusgruppe-jugend.de

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Helena Mahn (16)

Hauptpreis

Einmal in der Woche verbringt Helena Mahn (16) aus Ruppach-Goldhausen im Westerwald ihre Freizeit gemeinsam mit den Gästen im St. Thomas Hospiz in Dernbach. Sie geht mit ihnen spazieren, spielt oder spricht mit ihnen. Damit bietet sie den erkrankten Menschen die Möglichkeit, Gedanken und Gefühle auszudrücken, die sie am Ende ihres Lebens offenbaren möchten. Selbstverständlich sind diese Gespräche absolut vertraulich.

 

Helenas Mutter arbeitet als fürsorgliche Ärztin im Hospiz. Daher wusste das junge Mädchen, wozu diese Einrichtung da ist und worum es geht.

 

Zu Beginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit war Helena etwas voreingenommen, aber das änderte sich schnell. Ihr ist aufgefallen, dass es im Hospiz zwar sehr traurige, aber auch viele schöne Momente gibt und die Gäste dort eine enorme Lebensfreude ausstrahlen. Mit ihrer jugendlichen Natürlichkeit macht es sich Helena zur Aufgabe, Hospizgäste auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten. Ihre Art, mit Menschen umzugehen, hilft vielen, ihre Vorbehalte abzulegen und sich ihr anzuvertrauen. Auf diese Weise kann Helena einigen Menschen helfen, in Frieden zu gehen.

 

In ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit entwickelt Helena das richtige Gespür für die Hospizarbeit und verbringt glückliche, oft sogar heitere Stunden mit Sterbenden. Zudem erlebt sie eine besondere Abschiedskultur, lernt mit ständig wechselnden Situationen und Stimmungen umzugehen und macht sich mit dem permanenten Balanceakt zwischen Glück und Traurigkeit vertraut. Immer wieder zeigt sich, wie wertvoll ihre Anwesenheit für die Gäste ist und wie sehr sie von ihnen und dem Personal geschätzt wird.

 

Helena möchte ihre ehrenamtliche Tätigkeit, die sie einmal wöchentlich für zwei Stunden ins Hospiz führt, bis zum Studienbeginn im Sommer 2020 fortsetzen. Auch während des Studiums will sie das Hospiz nach Kräften unterstützen.

 

Es ist außergewöhnlich, dass sich ein so junger Mensch mit dem Thema Sterben auseinandersetzt und es dennoch schafft, positiv und freudig auf die Gäste des Hospizes zuzugehen, um mit ihnen gemeinsam ihr Schicksal zu bearbeiten.

www.hospiz-dernbach.de

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Joshua Kriesmann (22)

Hauptpreis

Joshua Kriesmann (22) gründete 2015 zusammen mit Freunden den gemeinnützigen Verein „Schüler Treffen Flüchtlinge eV“ in Berlin. Unter seinem Vorsitz gelingt es dieser studentischen Initiative, sich zu einem bundesweiten Akteur im Bereich Jugendengagement und Völkerverständigung zu entwickeln.

 

Die beiden lokalen Berliner Projekte des Vereins sind: "STF-Kocht!" und "STF-entdeckt!". Im ersten Projekt lernen sich Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund in einem gemeinsamen Kochprojekt kennen, um in niederschwelligen Gesprächen Vorurteile abzubauen. Bei „STF-Entdeckt“ erkunden die Teilnehmer ein Stück Berlin: vom Bundestag bis zur Kajaktour auf der Spree. Insgesamt setzt der Verein seit 2015 alle zwei Monate ein Projekt unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters um und erreicht Hunderte von Studierenden.

Um auch andere Jugendliche zu ermutigen, sich im Bereich der Flüchtlingsarbeit zu engagieren, folgte 2016 ein weiteres Projekt „Aktion Zukunft“, bei dem sich STF-Jugendliche aus ganz Deutschland zu einem voll finanzierten mehrtägigen Seminar in Berlin trafen. Es gab Workshops zu Projektmanagement, Finanzmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Die Alumni erhalten eine finanzielle Unterstützung von mehreren hundert Euro und ein einjähriges Online-Coaching. Die „Aktion Zukunft“ fand bisher zweimal statt: 2016 und 2018, eine Wiederholung 2020 ist bereits in Planung. Zur Finanzierung tragen private Spenden in Höhe von 8.000 € und weitere 30.000 € Projektförderung bei.

Wie schwierig es sein kann, die richtige Balance zwischen Anpassung an eine neue Kultur und Pflege der eigenen Kultur zu finden, erlebte Joshua bei einem Schüleraustausch in Oklahoma, wo er bei einer taiwanesischen Gastfamilie lebte. Ein weiteres Kernerlebnis war die „Model United Nations Conference“ zur globalen Flüchtlingssituation im Jahr 2015, die der junge Mann als Präsident der Generalversammlung leiten durfte. Diese Erfahrungen überzeugten Joshua, dass junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind und diese gemeinsam mitgestalten wollen und können.

www.aktionzukunft2016.de

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zufallsexperiment

Hauptpreis

Die Band „Zufallsexperiment“ wurde im Dezember 2016 von Michael Schunk (24) und sieben weiteren jungen Freunden rund um den Moselort Löf mit einem ersten Benefizkonzert gegründet. Bereits bei diesem Konzert konnten sie 3.000 € für Kinder in Not sammeln.

Ein weiteres großes Benefizkonzert unter dem Motto „Magic Moments“ folgte im Dezember 2018 in Hatzenport, diesmal zugunsten von Herzenssache, einer Initiative des SWR. Besinnliche und weihnachtliche Lieder von Peter Maffay bis Michael Jackson konnten das Publikum mitreißen und dazu bewegen, benachteiligten Kindern zu helfen. Trotz freiem Eintritt, Lotterie und Zuwendungen von Spendern brachte Herzenssache die beachtliche Summe von 5.000€ ein. Seitdem spendet die Band den Erlös ihrer Auftritte bei Festivals an Rhein und Mosel regelmäßig an soziale Einrichtungen.

Die Motivation der Bandmitglieder, die alle ihre musikalische Ausbildung im Musikverein Löf erhalten haben, hat ihren Grund sowohl in der Freude der Gäste ihrer Veranstaltungen als auch in der Dankbarkeit der Spendenempfänger.

Mit Freunden auf der Bühne stehen, eine tolle Show abliefern und das alles für einen guten Zweck – das treibt sie an! Für die Band sind aber nicht nur die Freude und das Einkommen wichtig, sondern sie wollen die Besucher ihrer Konzerte auch auf die Not anderer Menschen aufmerksam machen und zeigen, dass jeder die Möglichkeit hat zu helfen.

Für die Zukunft sind Sommer-Open-Airs oder Weihnachtskonzerte geplant, denn die jungen Musiker hoffen, dass ihre Benefizkonzerte zu einer festen Größe in ihrer Region werden. Auch wenn sie bereits auf eine Vielzahl von Sponsoren zurückgreifen können, die ihre Projekte ermöglichen und helfen, die Kosten zu decken, wollen sie dennoch neue Ideen entwickeln und neue Spender erreichen.

www.zufallsexperiment-band.de

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Lukas Zervudakis (24)

Hauptpreis

Lukas Zervudakis (24) aus Neuwied, Student an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar, erkennt durch seine Ausbildung zum Rettungsschwimmer, wie wichtig es ist, sich zu engagieren und Menschen in Not zu helfen. Zu Beginn seines Studiums entscheidet er sich daher für eine Ausbildung zum Rettungshelfer bei WHU First Responder.

2017 war Lukas Vorstandsmitglied des First Responder. Er organisierte Blutspendetage an der Universität sowie die Ausbildung weiterer Studenten. Parallel zu seinem Vollzeitstudium fuhr Lukas mehr als 50 Einsätze und unterstützt den Rettungsdienst, indem er Verletzten und Kranken Erstversorgung leistet und den regulären Rettungsdienst ab dem Moment der Ankunft unterstützt.

Sein Hauptengagement bei den WHU First Respondern bestand sowohl aus organisatorischen als auch aus praktischen Aufgaben. Für den organisatorischen Teil benötigt der junge Mann zwischen drei und zehn Stunden pro Woche, für den praktischen Teil etwa 18 Stunden. Darüber hinaus pflegte Lukas engen Kontakt zu den Sponsoren der Ersthelfer und war mitverantwortlich für die Anschaffung eines neuen und besser ausgestatteten Einsatzfahrzeugs.

Bei seinen Einsätzen konnte Lukas bei einem Hausbrand vor Eintreffen der Feuerwehr fünf Personen aus der Gefahrenzone evakuieren, gemeinsam mit dem Rettungsdienst vier Personen reanimieren, ein zweijähriges Mädchen nach einem Atemstillstand stabilisieren und die Beschwerden zahlreicher anderer lindern, zum Beispiel durch die Gabe von Sauerstoff bei akuter Atemnot.

Lukas‘ ehrenamtliches Engagement ist ein enormer Kontrast zu ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften und bringt eine hohe emotionale Belastung mit sich. Dennoch möchte er auch nach seinem Studium weiterhin Einsätze für Einsatzkräfte fahren und darüber hinaus seine guten Verbindungen zu Sponsoren für die finanzielle Unterstützung des Vereins nutzen.

https://www.facebook.com/WHU-First-Responder-101058509947964/

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nourhan altahan (16)

Hauptpreis

Nourhan Altahan (16) aus Trier kam vor drei Jahren mit ihrer Mutter und ihren 8 Geschwistern aus Syrien nach Deutschland. Schon bald engagierte sich die Schülerin in einem Sozialpraktikum als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Deutschen Kinderschutzbund, Orts- und Kreisverband Trier, um geflüchteten Kindern und Kindern in schwierigen Situationen zu helfen. Sie war als Betreuerin bei den verschiedenen Veranstaltungen des Kinderschutzbundes tätig und trägt so dazu bei, dessen integratives Hilfsangebot zu sichern.

Außerdem nahm sie am Integrationsprojekt „Kultur & Kreativität ohne Grenzen“ teil. Dort setzte sie sich an Wochenenden und in ihrer Freizeit für die Belange der Kinder und Jugendlichen ein. Von 2016 bis März 2019 war sie als Betreuerin an rund 60 Veranstaltungen, Workshops oder Exkursionen beteiligt. Sie vermittelte zwischen den Eltern der teilnehmenden Kinder und dem Jugendamt und sorgte für das nötige Vertrauen, damit die Eltern ihre Kinder in seine Obhut geben.

 

Für den Kinderschutzbund war Nourhans großes organisatorisches und künstlerisches Talent von großem Nutzen und sehr geschätzt. Ihre schnelle Auffassungsgabe erleichterte die sonst oft zeitraubende Einarbeitung in den sensiblen Umgang mit teiltraumatisierten Kindern. Besonders geschätzt wurde ihre selbstständige, durchdachte und sehr verantwortungsvolle Arbeit. Für ihre jüngeren Kollegen war sie damit ein absolutes Vorbild.

Nourhan sagte, sie fände ihre Aufgabe sinnvoll und habe das Gefühl, etwas bewegen zu können. Ihre eigenen traumatischen Erfahrungen nutzte sie positiv, um Kinder aus schwierigen Lebenssituationen – unabhängig von ihrer Nationalität – als „persönlicher Engel“ zu unterstützen.

Nourhan ist seit 2017 Schülerin am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Trier und zeichnet sich durch Ehrgeiz und Zuverlässigkeit aus. Sie wird bald eine neue Aufgabe als „Organisationsnetzwerkerin“ zwischen dem Kooperationsprojekt „Helfende Hände“ des Gymnasiums und dem Kinderschutzbund übernehmen.

2018 wurde Nourhan für ihren unermüdlichen Einsatz im sozialen Bereich mit dem Jugendehrenamtspreis der Stadt Trier ausgezeichnet.

www.kulturburg.de

www.kinderschutzbund-trier.de

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Sinawolf (18)

Hauptpreis

Sina Wolf (18) aus Heidelberg hat am 20. Dezember 2017 gemeinsam mit dem Bundesverband der Kinderkliniken (BVKH) das „Grüne Band“ gegründet, einen Verein für schwerkranke Jugendliche und ihre Geschwister und Freunde.

Auf die Idee, die „Grüne Bande“ zu gründen, kam sie, weil sie sich darüber ärgerte, dass Erwachsene immer für und über behinderte Jugendliche sprechen, diese aber kaum zu Wort kommen. So ist es kein Zufall, dass das Motto der „Grünen Bande“ lautet: „Wir haben was zu sagen!

Sina selbst hat eine jüngere Schwester, die wegen ihrer Behinderung oft zurücktreten muss. Daher war es ihr ein besonderes Anliegen, dass sich die „Grüne Bande“ nicht nur um die direkt betroffenen Jugendlichen kümmert, sondern auch um deren Geschwister, die allzu oft zu kurz kommen.

In der „Grünen Bande“ werden Themen wie Ausgrenzung, Barrierefreiheit und Mobbing in altersgerechter Form angesprochen oder Menschen tauschen sich über Dinge wie Therapien, Operationen, Hilfsmittel oder ganz alltägliche Dinge wie Freundschaft, Schule und Eltern aus. Dies geschieht bei Meetings oder in der eigenen WhatsApp-Gruppe sowie über Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram.

Das Besondere an der „Grünen Bande“ ist wohl, dass hier betroffene Jugendliche sowie deren Freunde und Geschwister offen miteinander reden können. Sie helfen sich gegenseitig und niemand wird mit seinen Problemen allein gelassen.

Im November 2018 hielt die „Grüne Bande“ ihr erstes Jahrestreffen in Köln ab. Dort schrieben sie sogar die Texte für einen eigenen Song, der in einem Tonstudio aufgenommen wurde und vermutlich bald veröffentlicht wird.

Sina Wolf möchte die „Grüne Bande“ allen schwerkranken Jugendlichen und ihren Freunden und Geschwistern in ganz Deutschland bekannt und zugänglich machen.

Ihr großer Traum ist, dass die „Grüne Bande“ auch über die Grenzen hinaus eine Plattform wird, auf der sich schwerkranke junge Menschen austauschen und über Dinge informieren können, die sie bewegen.

www.gruene-bande.de

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Leon Löwentraut (21)

Hauptpreis

Leon Löwentraut (21) aus Düsseldorf gilt als Shootingstar der internationalen Kunstszene. Ob in Singapur, New York, London, St. Petersburg oder Berlin, seine Werke erregen überall Aufmerksamkeit. Inspiriert von Werken der Künstler Picasso, Matisse und Basquiat haben Leons Gemälde eine unverwechselbare Handschrift und einen unmittelbaren Wiedererkennungswert.

2017 wurde er eingeladen, das Titelmotiv des UNESCO-NGO-Forums „Youth and their Social Impact“ zu gestalten und während der Konferenz in Riad persönlich vorzustellen. Im selben Jahr entwickelte der damals 19-jährige Künstler insgesamt 17 Unikate für die Kampagne „#Art4GlobalGoals“. Diese Werke werden bis 2030 weltweit eingesetzt, um die von den Vereinten Nationen verabschiedeten Ziele für nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Ziel ist es, allen Menschen weltweit ein Leben in Würde zu ermöglichen, insbesondere durch das Ende extremer Armut, hochwertige Bildung für alle, Klimaschutz sowie Frieden und Gerechtigkeit. Leon hat jedes einzelne Tor künstlerisch interpretiert und sichtbar gemacht. In Form von Ausstellungen reisen die 17 einzigartigen Kunstwerke um die Welt, wurden zuletzt im Puschkin-Museum in St. Petersburg gezeigt und werden Anfang Oktober im Palazzo Medici Riccardi in Florenz ausgestellt. Die Schirmherrschaft für dieses Projekt hat die Deutsche Botschaft in Rom übernommen.

Dr. hc Ute-Henriette Ohoven, Sonderbotschafterin der UNESCO, sagte: „Wir können die Ursachen von wirtschaftlich bedingten Flüchtlingsströmen, Terror, Armut und Hunger langfristig durch hochwertige Bildung reduzieren, sofern wir global agieren.

Aus dem Verkauf limitierter grafischer Editionen der 17 Werke wollten Leon Löwentraut und die Galerie Geuer & Geuer gemeinsam rund 680.000 Euro an die UNESCO und die YOU Foundation Düsseldorf spenden. Mit einem Teilbetrag wurde bereits eine Schule im Armenviertel Baraka in Dakar/Senegal gebaut. Auch der RTL-Spendenmarathon 2017 und 2018 profitierte mit zwei seiner Werke von Leons Unterstützung und erzielte das Rekordergebnis von über 50.000€ pro Werk für den guten Zweck.

Als junger Künstler und Visionär steht Leon Löwentraut dafür, große Ziele zu erreichen. Dabei verlor er nie die weniger Glücklichen aus den Augen. „Ich habe ein gutes Leben und mein Hobby zum Beruf gemacht. Wer diese Privilegien hat, kann auch etwas verschenken.“

www.leonloewentraut.de

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