Preisträger 2026
Levin Schmidt (28)
Großer Preis Filippas Engel & Alumni-Preis
Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria 2020 gründete der Berliner Levin Schmidt mit Freunden den Verein Project ELPIDA e.V. Er finanziert, was Partnerorganisationen in Griechenland für Geflüchtete dringend brauchen – von Lebensmitteln und Hygieneartikeln bis zu medizinischer Hilfe und Rechtsberatung. Eingekauft wird möglichst vor Ort, statt Hilfsgüter zu verschicken. Der Verein arbeitet komplett ehrenamtlich, zählt inzwischen 73 Mitglieder und hat bereits über 300.000 Euro nach Griechenland weitergeleitet.
Jason Maximilian Jochem (25)
Großer Preis Filippas Engel
Jason Maximilian Jochem aus Detmold ist seit 2018 als Hospizbegleiter aktiv. Mit seinem Verein Courage e.V. begleitet er Sterbende, Trauernde und ihre Familien und zeigt Kita-Teams, wie man mit Kindern behutsam über Tod und Trauer spricht. Unter dem Namen „hos-peace“ bringt er zudem mehrmals im Jahr Hilfstransporte an die ukrainische Front – mit Medikamenten, Verbandsmaterial und Pflegehilfsmitteln für Hospize in Regionen wie Cherson, Donezk und Charkiw.
Mia Kumlehn (26)
Großer Preis Filippas Engel
Als Freiwillige gab Mia Kumlehn 2017/18 Cellounterricht im Kulturzentrum Centenario der peruanischen Hafenstadt Chimbote – seitdem lässt sie die Stadt nicht mehr los. Mit DaCapo Perú e.V. unterstützt sie das einzige Sinfonieorchester Chimbotes, in dem rund 130 Kinder und Jugendliche aus allen Stadtvierteln gemeinsam musizieren. Zuletzt brachte der Verein einen Container mit über 100 Instrumenten und einer Geigenbauwerkstatt auf den Weg, damit die Musik dort dauerhaft eine Zukunft hat.
Kinlo Ephriam Tangiri (26)
Großer Preis Filippas Engel
Kinlo Ephriam Tangiri wuchs im Nordwesten Kameruns auf, wo der Konflikt vielen Kindern den Schulbesuch erschwert. Schon als Schüler gründete er die KET Academy, eine kostenlose, zweisprachige Lernplattform mit Mentoring und KI-Coach, die Jugendliche über YouTube, WhatsApp und Instagram erreicht. Heute leitet er das Projekt mit einem Team junger Freiwilliger von Bremen aus. Mehr als 15.000 Schülerinnen und Schüler haben das Angebot bereits genutzt.
Marian Grau (23)
Großer Preis Filippas Engel & Alumni-Preis
Marian Grau war neun Jahre alt, als sein schwer behinderter Bruder starb – seine Erfahrungen hat er später im Buch „Bruderherz“ verarbeitet. Beim Philip Julius e.V. baut er das Programm „Von Geschwistern für Geschwister“ auf: einen Ort, an dem sich Jugendliche mit schwer kranken, behinderten oder verstorbenen Geschwistern begegnen, austauschen und neue Kraft schöpfen. Für dieses Engagement wurde der Konstanzer Informatikstudent 2026 außerdem zum „Student des Jahres“ gewählt.
Ella Lambert (26)
Großer Preis Filippas Engel
Im Corona-Lockdown 2020 gründete die Britin Ella Lambert The Pachamama Project, um gegen Periodenarmut vorzugehen. Rund 3.000 Freiwillige in 25 Ländern nähen inzwischen waschbare Stoffbinden, die sogenannten „Pacha Pads“. Mehr als 200.000 davon gingen bereits an Geflüchtete und Menschen in Not, unter anderem im Libanon, in Griechenland und in Uganda – damit Mädchen und Frauen ihre Periode nicht länger von Schule und Alltag abhält.
Otis Mohr (24)
Hauptpreis
Wie lege ich Geld an, wie vermeide ich Schulden? Weil solche Fragen im Unterricht oft zu kurz kommen, hat Otis Mohr den Hamburger Verein Invest it! e.V. mitgegründet. Er bietet Schulen kostenfreie, unabhängige Finanzbildung ohne Produktwerbung: fertige Unterrichtsmaterialien, akkreditierte Fortbildungen für Lehrkräfte in allen 16 Bundesländern und inzwischen zwölf zertifizierte Finanzbildungsschulen. Mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler hat das Team bereits erreicht.
Lara Hahn (15)
Hoffnungsträger-Preis
Über zwei Jahre hinweg hat Lara Hahn aus Arenrath in der Eifel tausende Origami-Kraniche gefaltet – in Japan ein Symbol für Hoffnung und Frieden. Mit ihrem Projekt „Origami4Hope“ sammelte sie so ganz aus eigener Kraft 10.714 Euro für den Verein nestwärme e.V. und Annas Verein. 500 ihrer Kraniche schmückten zu Weihnachten 2025 den Christbaum der Verbandsgemeinde Wittlich-Land.
Leif Weverinck (14)
Hoffnungsträger-Preis
Im Rahmen des Schulprojekts „SozialGenial“ schnitt Leif Weverinck ein halbes Jahr lang jeden Mittwoch im Haus der Wohnungslosen in Münster kostenlos Haare. Das Handwerk hat er sich bei seiner Mutter, einer gelernten Friseurin, abgeschaut. Neben dem neuen Haarschnitt schenkt er den Menschen dort vor allem Zeit und offene Gespräche – und macht auch nach Projektende weiter.